Post aus Paris

Unter Lei­tung von Gen­na­diy Sache­nyuk hat das Alexandrow-Ensemble die Frankreich-Tour 2019 erfolg­reich absol­viert (29. März – 21. April 2019). Sie führ­te durch sieb­zehn Städ­te, von Niz­za über Mar­seil­le, Tou­lou­se und Caen bis Paris. Dort spiel­te das Ensem­ble mit 75 Sän­gern, Tän­zern und Musi­kern an drei Aben­den im aus­ver­kauf­ten Palais de Con­grés. Zusätz­lich gab es drei Kon­zer­te in Genf (Schweiz), Lié­ge (Bel­gi­en) und schließ­lich, am 23. März, im Lon­don Pal­la­di­um. Mit Thier­ry Wolf, dem Pro­du­zent der Tour, kamen wir in gute Gesprä­che. Heu­te beka­men wir ein Paket aus Paris, mit Pro­gramm­hef­ten, Backstage-Pässen, Falt­blät­tern und dem aktu­el­len Stu­dio­al­bum »90 Anni­ver­saire«, auf dem sich das neue Ensem­ble in Best­form prä­sen­tiert. Lie­ber Thier­ry, mit herz­li­chen Grü­ßen dan­ken wir Dir sehr!

Die ers­ten 20 Jah­re

20 ereig­nis­rei­che Jah­re lagen hin­ter dem Ensem­ble, als 1949 eine zwei­te Jubi­lä­ums­schrift erschien. Erzähl­te die ers­te die Geschich­te von der Grün­dung 1928 und den Ein­sät­zen an der sowjetisch-chinesischen Gren­ze bis zum Tri­umph von Paris des Jah­res 1937, so waren für das fol­gen­de Jahr­zehnt vor allem der Vater­län­di­sche Krieg, der Ein­satz an der Front und die gro­ßen Kon­zer­te nach dem Sieg über den Hitler-Faschismus prä­gend. Nach dem plötz­li­chen Tod Alex­an­der Alex­an­d­rows hat­te sich zudem sein Sohn Boris als neu­er Lei­ter den Respekt des Ensem­bles und die Gunst des Publi­kums erar­bei­tet. Die­ses his­to­ri­sche Zeit­do­ku­ment mach­te uns unser Freund Eugen von Arb aus Sankt Peters­burg zum Geschenk.

Olym­pi­sche Spie­le – Mos­kau 1980

Anläss­lich der Olym­pi­schen Spie­le in Mos­kau wur­de 1980 eine Post­kar­ten­se­rie publi­ziert. Dar­in zeigt das Alexandrow-Ensemble, was es am bes­ten kann – sin­gen und tan­zen. Auf der Titel­sei­te prä­sen­tie­ren sich Chor und Orches­ter vor der Zen­tra­le in Mos­kau. Wei­te­re Moti­ve zei­gen Boris Alex­an­d­row (Künst­le­ri­scher Lei­ter) mit Juri Petrow (Ers­ter Chor­meis­ter) und Jew­ge­ni Tyt­jan­ko (Diri­gent) und die Solis­ten Ale­xej
Ser­ge­jew und Iwan Bukre­jew.

Fei­er­li­che Eröff­nung in Wis­mar

Das Alexandrow-Ensemble im Tech­ni­schen Lan­des­mu­se­um? Andrej Qua­de selbst warf die Fra­ge auf, um sie poin­tiert und schlüs­sig zu beant­wor­ten. Als Muse­ums­di­rek­tor sieht er sein Haus nicht als Raum ohne Fens­ter, son­dern als vita­len Ort kul­tu­rel­ler Iden­ti­tät, mit regio­na­ler Ver­wur­ze­lung und über­re­gio­na­lem Anspruch. Vier Jahr­zehn­te lang waren sowje­ti­sche Trup­pen im heu­ti­gen Muse­um kaser­niert. Sie präg­ten den Stand­ort und gehör­ten zum Bild der Stadt. Tilo Gund­lack, Prä­si­dent der Bür­ger­schaft, gab sich in sei­ner Eröff­nungs­re­de als Fan des Alexandrow-Ensembles zu erken­nen. In bestimm­ten Momen­ten kann des­sen Musik beru­hi­gend oder auch sehr moti­vie­rend für ihn sein. Ilja Rusch­kow war von der Rus­si­chen Bot­schaft in Ber­lin zu Gast. Er wür­dig­te in einem Gruß­wort die künst­le­ri­sche Bedeu­tung des Ensem­bles und dank­te allen sehr herz­lich, die zum Gelin­gen der Aus­stel­lung bei­getra­gen haben. Clau­dia erläu­ter­te unse­re eige­ne Moti­va­ti­on, dass es die vor­nehms­te Auf­ga­be von Kul­tur sei, Brü­cken zu bau­en und einen offe­nen Dia­log zu för­dern. Den Reden folg­ten zwang­lo­se Gesprä­che bei einem klei­nen Umtrunk. Uns war die Eröff­nung eine gro­ße Freu­de!

Aus­stel­lungs­auf­bau im phan­TECH­NI­KUM

Für die tatkräftige Unterstützung beim Ausstellungsaufbau danken wir sehr herzlich unserem Freund Volker Weinhold, Andrej Quade, dem Direktor des Museums, und den Kollegen des Technischen Landesmuseums Mecklenburg-Vorpommern, die uns hilfreich zur Seite standen. Die größte Schwierigkeit für uns bestand vor allem darin, aus der Fülle des Materials die richtige Auswahl für die Vitrinen zu treffen. Ganz besonders freut es uns, dass durch das Bemühen des Museums nun auch Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm »Botschafter des Friedens« von 1948 in der Ausstellung zu sehen sind.

Aus­weis Nr. 173

Heu­te erhiel­ten wir aus den USA ein his­to­ri­sches Doku­ment, eine klei­ne Iden­ti­fi­ka­ti­ons­kar­te in rotem Leder. Sie ist ein sehr frü­hes Objekt unse­rer Samm­lung und sie wird ab 2. Mai in unse­rer Aus­stel­lung im Tech­ni­schen Lan­des­mu­se­um in Wis­mar ihren Platz fin­den.
Aus­weis Nr. 173 | Der Aus­weis­in­ha­ber Genos­se Safront­schik A. Z. ist im Dienst beim Tanz- und Lieder-Ensemble der Roten Armee an der West­front als Künstler-Sänger | Gül­tig vom 31. (Monat unle­ser­lich) 1944 | Ihm ist erlaubt, ohne Urlaubs­pa­pie­re die Stadt zu betre­ten und in Pri­vat­woh­nun­gen zu über­nach­ten | Der Kom­man­deur des Ensem­bles der West­front.

»Bot­schaf­ter des Frie­dens« in Wis­mar

Im Tech­ni­schen Lan­des­mu­se­um Mecklenburg-Vorpommern wird unse­re Aus­stel­lung vom 3. Mai bis 10. Juni 2019 gezeigt. Das phan­TECH­NI­KUM wur­de einst­mals als Flak-Kaserne errich­tet. Nach dem Krieg war es über Jahr­zehn­te ein Stand­ort der Sowje­ti­schen Streit­kräf­te. Seit dem Umbau zum Muse­um steht das Haus allen Besu­chern offen und erzählt span­nen­de Tech­nik­ge­schich­te aus den unter­schied­lichs­ten Berei­chen. Mit dem Alexandrow-Ensemble, den welt­weit gefei­er­ten Meis­tern der Gesangs­tech­nik, wird erst­mals ein musi­ka­li­sches The­ma prä­sen­tiert.

Beim hei­li­gen Vater

Auf Ein­la­dung von Johan­nes Paul II gab der Alex­an­drow-Chor am 15. Okto­ber 2004 ein Kon­zert im Vati­kan. Es war sein Wunsch, den 26. Jah­res­tag sei­ner Beru­fung auf die­se Wei­se zu fei­ern. Das pol­ni­sche Lied »Oka« erfreu­te den grei­sen Papst sicher ganz beson­ders. Er wür­digte die Musi­ker mit den Wor­ten: »Der Chor der Roten Armee ist ein Geschenk an die Mensch­heit«.