Über­ra­schung in Ber­lin

Das Rus­si­sche Haus der Wis­sen­schaft und Kul­tur fei­er­te am 20. Sep­tem­ber sei­nen 35. Geburts­tag mit einem groß­ar­ti­gen Emp­fang. Inmit­ten der vie­len Gäs­te ent­deck­ten wir ein bekann­tes Gesicht. Ist er es? Ist er es nicht? Ja, es war Thier­ry Wolf aus Paris, der Tour­ma­na­ger des Alexandrow-Ensembles. Für uns war es eine gro­ße Freu­de ihm per­sön­lich zu begeg­nen, denn so konn­ten wir ihm auch noch ein­mal herz­lich dan­ken, für das umfang­rei­che Tour­ma­te­ri­al, das er uns aus Frank­reich gesen­det hat­te.

Der Krieg ist aus, wenn du es willst

Anfang der 1990er Jah­re wur­den die Bri­ten Bill Drum­mond und Jim­my Cau­ty unter dem Namen The KLF als Revo­lu­tio­nä­re im Rap- und Tech­nobe­reich gefei­ert. 1993, auf dem Gip­fel ihres Ruhms, ver­brann­ten sie 1 Mil­li­on Pfund im Rah­men einer öffent­li­chen Per­for­mance. Im glei­chen Jahr mel­de­ten sie sich als K Foun­da­ti­on mit der Sin­gle »K Cera Cera (War Is Over If You Want It)« zurück. Sie prä­sen­tier­ten den Red Army Choir, indem sie sei­ne Ver­sio­nen des Doris-Day-Klassiker »Que Sera Sera« mit dem Lennon-Ono-Hit »X-Mas (War Is Over)« zu einer kraft­vol­len Hym­ne ver­schmol­zen. In limi­tier­ter Edi­ti­on wur­de die Sin­gle allein in Isra­el und den Pales­ti­nen­ser­ge­bie­ten ver­öf­fent­licht und sowohl an die israe­li­sche Regie­rung als auch an die PLO über­ge­ben. Die Bot­schaft die­ser künst­le­ri­schen Inter­ven­ti­on war unmiss­ver­ständ­lich und blieb lei­der fol­gen­los.

Begeg­nung in Sankt Peters­burg

Das Suwo­row Muse­um erin­nert an Alex­an­der Was­sil­je­witsch Suwo­row (1730-1800), den rus­si­schen Gene­ral, der mit sei­nen Trup­pen in einem spek­ta­ku­lä­ren Manö­ver die Alpen über­quer­te und in all sei­nen Schlach­ten unge­schla­gen blieb. Bei einem Besuch in Sankt Peters­burg gab es Gele­gen­heit mit Direk­tor Wla­di­mir Gen­na­die­wich Gron­sky und sei­nem Stell­ver­tre­ter Alex­an­der Niko­lae­wich Lukirs­ky ganz kon­kret über eine Prä­sen­ta­ti­on unse­rer Aus­stel­lung »Bot­schaf­ter des Frie­dens« im Jahr 2020 im Suwo­row Muse­um zu spre­chen. Wla­di­mir Gen­na­die­wich zeig­te sich sehr erfreut, dass zwei Deut­sche sich der Geschich­te des Alexandrow-Ensembles zuge­wandt haben. Unse­re Freun­de Alex­an­dra Kolzo­wa und Eugen von Arb unter­stüt­zen uns bei die­sem Vor­ha­ben vor Ort und so sehen wir dem mit Freu­de ent­ge­gen.

Post aus Paris

Unter Lei­tung von Gen­na­diy Sache­nyuk hat das Alexandrow-Ensemble die Frankreich-Tour 2019 erfolg­reich absol­viert (29. März – 21. April 2019). Sie führ­te durch sieb­zehn Städ­te, von Niz­za über Mar­seil­le, Tou­lou­se und Caen bis Paris. Dort spiel­te das Ensem­ble mit 75 Sän­gern, Tän­zern und Musi­kern an drei Aben­den im aus­ver­kauf­ten Palais de Con­grés. Zusätz­lich gab es drei Kon­zer­te in Genf (Schweiz), Lié­ge (Bel­gi­en) und schließ­lich, am 23. März, im Lon­don Pal­la­di­um. Mit Thier­ry Wolf, dem Pro­du­zent der Tour, kamen wir in gute Gesprä­che. Heu­te beka­men wir ein Paket aus Paris, mit Pro­gramm­hef­ten, Backstage-Pässen, Falt­blät­tern und dem aktu­el­len Stu­dio­al­bum »90 Anni­ver­saire«, auf dem sich das neue Ensem­ble in Best­form prä­sen­tiert. Lie­ber Thier­ry, mit herz­li­chen Grü­ßen dan­ken wir Dir sehr!

Die ers­ten 20 Jah­re

20 ereig­nis­rei­che Jah­re lagen hin­ter dem Ensem­ble, als 1949 eine zwei­te Jubi­lä­ums­schrift erschien. Erzähl­te die ers­te die Geschich­te von der Grün­dung 1928 und den Ein­sät­zen an der sowjetisch-chinesischen Gren­ze bis zum Tri­umph von Paris des Jah­res 1937, so waren für das fol­gen­de Jahr­zehnt vor allem der Vater­län­di­sche Krieg, der Ein­satz an der Front und die gro­ßen Kon­zer­te nach dem Sieg über den Hitler-Faschismus prä­gend. Nach dem plötz­li­chen Tod Alex­an­der Alex­an­d­rows hat­te sich zudem sein Sohn Boris als neu­er Lei­ter den Respekt des Ensem­bles und die Gunst des Publi­kums erar­bei­tet. Die­ses his­to­ri­sche Zeit­do­ku­ment mach­te uns unser Freund Eugen von Arb aus Sankt Peters­burg zum Geschenk.

Olym­pi­sche Spie­le – Mos­kau 1980

Anläss­lich der Olym­pi­schen Spie­le in Mos­kau wur­de 1980 eine Post­kar­ten­se­rie publi­ziert. Dar­in zeigt das Alexandrow-Ensemble, was es am bes­ten kann – sin­gen und tan­zen. Auf der Titel­sei­te prä­sen­tie­ren sich Chor und Orches­ter vor der Zen­tra­le in Mos­kau. Wei­te­re Moti­ve zei­gen Boris Alex­an­d­row (Künst­le­ri­scher Lei­ter) mit Juri Petrow (Ers­ter Chor­meis­ter) und Jew­ge­ni Tyt­jan­ko (Diri­gent) und die Solis­ten Ale­xej
Ser­ge­jew und Iwan Bukre­jew.

Die Alexandrow-Ausstellung in Wis­mar

»Bot­schaf­ter des Frie­dens« ist die aktu­el­le Son­der­aus­stel­lung im phan­TECH­NI­KUM, dem Tech­ni­schen Lan­des­mu­se­um Mecklenburg-Vorpommern in Wis­mar. Mehr Infor­ma­tio­nen: www.phantechnikum.de


Tech­ni­sches Lan­des­mu­se­um Mecklenburg-Vorpommern

Fei­er­li­che Eröff­nung in Wis­mar

Das Alexandrow-Ensemble im Tech­ni­schen Lan­des­mu­se­um? Andrej Qua­de selbst warf die Fra­ge auf, um sie poin­tiert und schlüs­sig zu beant­wor­ten. Als Muse­ums­di­rek­tor sieht er sein Haus nicht als Raum ohne Fens­ter, son­dern als vita­len Ort kul­tu­rel­ler Iden­ti­tät, mit regio­na­ler Ver­wur­ze­lung und über­re­gio­na­lem Anspruch. Vier Jahr­zehn­te lang waren sowje­ti­sche Trup­pen im heu­ti­gen Muse­um kaser­niert. Sie präg­ten den Stand­ort und gehör­ten zum Bild der Stadt. Tilo Gund­lack, Prä­si­dent der Bür­ger­schaft, gab sich in sei­ner Eröff­nungs­re­de als Fan des Alexandrow-Ensembles zu erken­nen. In bestimm­ten Momen­ten kann des­sen Musik beru­hi­gend oder auch sehr moti­vie­rend für ihn sein. Ilja Rusch­kow war von der Rus­si­chen Bot­schaft in Ber­lin zu Gast. Er wür­dig­te in einem Gruß­wort die künst­le­ri­sche Bedeu­tung des Ensem­bles und dank­te allen sehr herz­lich, die zum Gelin­gen der Aus­stel­lung bei­getra­gen haben. Clau­dia erläu­ter­te unse­re eige­ne Moti­va­ti­on, dass es die vor­nehms­te Auf­ga­be von Kul­tur sei, Brü­cken zu bau­en und einen offe­nen Dia­log zu för­dern. Den Reden folg­ten zwang­lo­se Gesprä­che bei einem klei­nen Umtrunk. Uns war die Eröff­nung eine gro­ße Freu­de!

Aus­stel­lungs­auf­bau im phan­TECH­NI­KUM

Für die tatkräftige Unterstützung beim Ausstellungsaufbau danken wir sehr herzlich unserem Freund Volker Weinhold, Andrej Quade, dem Direktor des Museums, und den Kollegen des Technischen Landesmuseums Mecklenburg-Vorpommern, die uns hilfreich zur Seite standen. Die größte Schwierigkeit für uns bestand vor allem darin, aus der Fülle des Materials die richtige Auswahl für die Vitrinen zu treffen. Ganz besonders freut es uns, dass durch das Bemühen des Museums nun auch Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm »Botschafter des Friedens« von 1948 in der Ausstellung zu sehen sind.