Nemo saltat sobrius, nisi forte insanit cic.

»Niemand tanzte, es sei denn, er wäre verrückt«. Wenn man die spektakulären Beiträge der Tänzer und Tänzerinnen des Alexandrow Ensembles bestaunen darf, scheint dieses klassische Zitat mehr als nur Bestätigung zu finden. 1928 mit lediglich 2 Tänzern gegründet, wuchs die Truppe kontinuierlich, um dann Ende der 1950er Jahre auch Frauen in ihren Reihen aufzunehmen. Seit dem sind die Tänzerinnen und Tänzer neben Chor und Orchester die 3. tragende Säule des Ensembles. Sie bereichern das Programm nicht nur mit Klassikern, wie dem Matrosentanz, dem Kosacken-Tanz und anderen zum ständigen Repertoire gehörenden Tänzen, sondern auch mit aktuellen Darbietungen, die als Wertschätzung für das jeweilige Gastgeberland zu verstehen sind.
Dieses umfangreiche Repertoire ist deshalb möglich, weil man sowohl bei der Auswahl der Choreographen als auch der Tänzerinnen und Tänzer auf hochprofessionell ausgebildete Künstler zurückgreifen kann- oft auf direktem Wege von der Ballettschule des Bolshoi-Theaters. So waren Chefchoreograph Alexandr Radunsky und Georgi Farmanyantz einst selbst Tänzer am Bolshoi, ehe sie dem Ensemble ihr ganzes Wissen und Können zur Verfügung stellten.
Neben der Möglichkeit, aus dem Füllhorn der russischen Folklore mitsamt ihren Tänzen schöpfen zu können, zu denen u.a. der Kasatschok gehört, jener legendäre Tanz im 2/4 Takt mit seiner Prisjadka, bei der die Tänzer in der Hocke jeweils ein Bein vor sich gestreckt halten und dann schnell wechseln und dem legendären russischen Mädchenreigen, bei der die Tänzerinnen wie auf eine Perlenkette gefädelt über die Bühne zu „fahren“ scheinen, können alle Mitglieder des Corps dank ihrer Ausbildung mühelos Szenen aus berühmten Opern wie Mussorgskis „Boris Godunov“ und Borodins „Prinz Igor“ tanzen. Auch Sequenzen internationaler Tänze wie Samba und Tänze der Roma, seinerzeit durch Chefchoreographen Usher Khmelnitzky ins Repertoire eingebracht, werden künstlerisch umgesetzt.