Leo­nid Kha­ri­to­now 18.9.193319.9.2017

Heute trauern wir um Leonid Kharitonow, den großartigen Bassbariton, der von 1953 bis 1972 zu den prägenden Sängern und Solisten des Alexandrow Ensembles gehörte. Wir hatten die Hoffnung, dass wir ihm in Vorbereitung dieser Ausstellung in Moskau persönlich begegnen könnten, denn Leonid Kharitonow steht mitten in der Geschichte des Alexandrow Ensembles. Damit wird er für immer unvergessen sein. Wir danken Michail Kharitonow herzlich für die Fotos: www.lkharitonov.com

Grand Prix in Paris

1937 traf sich die Welt noch ein­mal fried­lich in Paris, um Visio­nen von Kunst, Tech­nik und moder­nem Leben zu for­mu­lie­ren. 34 Mil­lio­nen Men­schen besuch­ten die Welt­aus­stel­lung rund um den Eif­fel­turm. Am Ufer der Sei­ne stan­den sich zwei monu­men­ta­le Pavil­lons dro­hend gegen­über. Auf dem deut­schen Pavil­lon des Archi­tek­ten Albert Speer thron­te der Reichs­ad­ler auf einem Haken­kreuz. Auf dem sowje­ti­schen Pavil­lon schrit­ten ihm »Der Arbei­ter und die Bäue­rin« der Bild­haue­r­ein Wera Much­i­na furcht­los ent­ge­gen. Im Sep­tem­ber 1937 gas­tier­te das Alex­an­d­row Ensem­ble im Rah­men­pro­gramm der Welt­aus­stel­lung erst­mals in Paris. Unter der Lei­tung von Alex­an­der Alex­an­d­row wur­de das Gast­spiel ein tri­um­pha­ler Erfolg, der mit dem Grand Prix der Welt­aus­stel­lung gewür­digt wur­de. Ein Jahr spä­ter war das Ensem­ble ein wei­te­res Mal in Paris. Dabei ent­stan­den auch Ton­auf­nah­men, die bis heu­te erhal­ten geblie­ben sind.

Im schöns­ten Wie­sen­grun­de

Som­mer in der zer­stör­ten Stadt. Tau­sen­de Ber­li­ner ver­sam­meln sich auf dem Gen­dar­men­markt und vie­le erklim­men zur bes­se­ren Sicht die umste­hen­den Rui­nen. Auf gro­ßer Büh­ne spielt das Alex­an­d­row Ensem­ble – Män­ner in Uni­form – Chor und Orches­ter der Roten Armee. Am 18. August 1948 sin­gen Sie­ger für Besieg­te. Die Befrei­er sind nun Besat­zer. Ber­lin ist längst eine geteil­te Stadt. Vier Sek­to­ren mar­kie­ren das poli­ti­sche Welt­ge­sche­hen. Das Kon­zert vor dem aus­ge­brann­ten Schau­spiel­haus diri­giert Boris Alex­an­d­row, Sohn und Nach­fol­ger des Ensemble-Gründers. Als Wik­tor Niki­tin »Kalin­ka« singt, sind alle aus dem Häus­chen. Als er auf deutsch »Im schöns­ten Wie­sen­grun­de« anstimmt, ver­ste­hen die Ber­li­ner die groß­her­zi­ge Ges­te – Sie­ger und Besieg­te müs­sen nicht auf ewig Fein­de sein.